Mermaiding – oder auf Deutsch „Meerjungfrauenschwimmen“ – war Wettkampf 125 (!) im Lübecker Wettkampfgeschehen. Ein Jubiliäumswettkampf, der wieder gezeigt hat wie breit, bunt und anspruchsvoll das Thema 12-Kampf ist. Als Sieger ging „Mikkaelle – die Meerjungfrau“ aus dem spannenden Abend hervor. Das zwei Zentner Exemplar dieser Gattung hatte den Kiemenmann Elkimo und – verdammt – auch Damn-Oh! auf die Ränge zwei und drei verwiesen. Hängen geblieben sind neben den sportlichen Leistungen vor allem diese Fun Facts:

Fun Fact 1 – niemand hat den Wettkampf gewählt. Doch alle hatten Spaß.

Fun Fact 2 – nach „Drei Pinguine“ gibt es nun auch „Five Fishes“ im 12-Kampf Team.

Fun Fact 3 – Blaue Meerjungfrauen haben dickere Schwänze.

Doch einmal der Reihe nach.

Drei Wettkämpfe hatten sich die beiden Ausrichter Rocket und Mikka für den Abend zurechtgelegt – und sie sollten exakt in die 105 Minuten Ausrichtungszeit passen:

  • Wracktauchen
  • Flucht vor Papa Poseidon
  • Futtertauchen

Doch wie macht man aus den Herren der (12-Kampf)-Schöpfung so anmutige Geschöpfe wie Meerjungfrauen? Zudem die Lübecker Prachtexemplare in Länge und Breite sich keiner Norm unterwerfen wollten? Rocket hatte sich etwas überlegt und die Elastizität von Neopren ist ein Geschenk! Gemeinsam mit seiner Frau war er gedanklich alle Staturen der Lübecker Athleten durchgegangen und hatte sie grob in zwei Gruppen sortiert: Blau und Rot, wer böse ist hätte gesagt: Dick und Dünn. Und Rocket war böse. Er hat es gesagt.

Nachdem der anwesende Präsident die Mobbingopfer besänftigt hatte ging es in den ersten Wettkampf: Wracktauchen. Zwei Ringe wurden an ein Gewicht gebunden, so dass sie frei im Wasser „schwebten“. Aufgabe war es in 90 Sekunden so oft wie möglich durch den Ring zu tauchen. Was anfangs wie ein Kinderspiel wirkte, wurde nach 30 Sekunden anstrengend, nach 60 Sekunden zum Problem und nach 75 Sekunden zur echten Willensprüfung, noch zwei mal durch den Ring zu tauche. Meisterlich löste diese Aufgabe Kiemenmensch Elkimo, der meerjungfrauengleich 19 mal durch den Ring schwebte. Augenzeugen behaupten, ihn dabei nie Luftholen gesehen zu haben, doch unklar ist, ob das der Geschwindigkeit oder körperlichen Mutationen zugeschrieben werden muss. Okay, oder vielleicht der nachlassenden Seekraft, nein Sehkraft der inzwischen nicht mehr ganz jungen Matrosen an Land. Schreiben wir es der Kategorie Seemansgarn zu und gratulieren auch den Rängen 2 – Pille mit 16 Durchquerungen  und 3 – Mikka mit immer noch 14. Der Rest tummelte sich bei 13 und 12. Nur The Mole und Bär machten bei 11 ihre Nahtoderfahrungen.

Wettkampf zwei war „Flucht vor Papa Poseidon“. Dabei ging es darum, das 25m Becken mitsamt des Stoffteils, welches den Körper vom Bauch bis zur Fußspitze umschlang und den Flossen so schnell wie möglich zu durchqueren. Mehr Spektakel als Augenschmeichler was an alternativen Schwimmstilen geboten wurde – alles um schnell zu sein. Jeder hatte zwei Versuche. Der schnellere wurde gewertet. Einige der Jungs sind derzeit in der Ironman-Vorbereitung und werden von Sandra Völker trainiert. Doch muss es noch einen Unterschied geben zwischen Meerjungfrauenschwimmen und dem was Sandra den Jungs versucht hat zu vermitteln … Ganz gleich. Damn-Oh und Tier legten mit 19,98 und 23,93 Sekunden vor und setzten den ersten Orientierungspunkt. Denn bis vor ihrer Bahn hatte niemand eine Idee, wie lange das dauern würde oder ob man nicht ohnehin etrinkt bei der Hälfte. Letzteres war schließlich nur bei „The Mole“ zu befürchten, der nach seinen 29,32 Sekunden auch nicht noch mal starten wollte. Währende sich alle übrigen zwischen 19 und 22 Sekunden einpendelten, pflügte plötzlich Blauwaljungrau Mikka durchs Wasser. Sinusartige Flossenbewegungen und eine Bugwelle wie bei U97 kurz vor dem Tauchgang spuckten ein 16er Zeit aus. Liga für sich. Auf Rang zwei schon wieder Elkimo mit frühstartgestützten 18,58 Sekunden und Damn-Oh! de als mit 19,98 Sekunden noch als letzter eine Zeit unter 20 einreichte.

Fand schnell die Völker'sche Wasserlage: Pille

Das Finale war dann das tauchen nach Fischfutter. Zwei mal vier farblich unterschiedliche Fische wurden im gesamten Becken in tiefen von 2m bis 4m im Wasser verteilt. Gleichzeitig starteten je eine dicke und eine dünne Meerjungfrau um genau ihr Futter einzeln nach oben zu holen und in einen Korb abzulegen. Der Wettkampf verlief pinzipiell so wie es zu vermuten war: wer kaum durch’s Wrack tauchen konnte, hatte auch hier seine Schwierigkeiten und umgekehrt. Allerdings fiel das Thema Wendigkeit weniger ins Gewicht, dafür mehr die Grundgeschwindigkeit. Mikka machte auch diese Runde klar (42 Sekunden), dieses mal vor Damn-Oh! (44 Sekunden) und  vor Elkimo (52 Sekunden). Doch, Moment – warum war Damn-Oh! nun plötzlich schneller als der gut geölte Elkimo? Das war die weniger vermutete Komponente im Ablauf: Tier, der mit blauen getönten Brillengläsern angetreten war, hatte deutliche Schwierigkeiten mein und dein unter Wasser zu unterscheiden und förderte schlichtweg alles nach oben, was er am Grund zu fressen fand. So auch einen Fisch von Damn-Oh! was Tier nachträglich nicht nur Gier als Attribut zufügt, sondern mittelfristig auch den zusätlichen Kampfnamen „Five Fishes“.

Siegertrio Damn-Oh, Mikka und Elkimo

Das Gesamtranking war dann klar:

Insgesamt hat das Event sehr gut geklappt. Der Dank geht an die Lübecker Schwimmbäder, dass sie den Spaß so mitgemacht haben und vor allem auch an Rocket, der durch die Art und Qualität der Kostüme maßgeblich zu einem reibungslosen Ablauf beigetragen hat. Erneut gab es ein Lessons Learned: erneut zeigte es sich, dass Wettkämpfe im Wasser besser ohne Ehering ausgetragen werden…

 

Zufrieden blickt Ausrichter Rocket auf das Geschehen. Schwimmen ist nicht seins. Doch Organisation und Disziplin es es!