Showdown Beachvolleyball - und dieses mal ist es ein Showdown wie er deutlicher kaum sein kann. Das Ergebnis des 12. Zwölfkampfevents der Hansestadt geht weit über diesen Abend hinaus: es entscheidet über die erste Meisterschaft des 12-Kampf Clubs  zu Lübeck!
Zwei Kandidaten - und gleichzeitig brauchbare Beachvolleyballer - liegen an der Spitze und möchten diesen Abend für sich entscheiden: Auf Platz 1 verweilt derzeit Clubgründer und Bremer Altmeister Mikka mit 135 Punkten und 3 Saisoneinzelsiegen. Er spürt den heißen Atem von W!ESEL, dem Junior des Lübecker 12-Kampfs, der bisher zwar die meisten Punkte eingefahren hat, aber aufgrund der Wertungsregeln mit 133 Punkten und einem Einzelsieg auf Platz zwei liegt. Der lachende dritte könnte El Padrino sein, der zwar mit 119 Punkten mit einigem Rückstand auf Platz 3 liegt, aber vermutlich spierisch das gößte Volleyballpotential mitbringt.
Zeit für uns, bereits vorab einmal nachzuhaken und ein paar grundsätzlichen Beachvolleyballphänomenen auf den Grund zu gehen...


Grundsätzliches


Beachvolleyball ist - natürlich, natürlich - Männersache! Denn sonst wäre es - natürlich, natürlich - niemals auf einer Eventliste eines 12-Kampf Clubs gelandet. Sprechen doch schon die Statuten allein dagegen. Oder auch ein gewisser Tim Taylor mit seinem dreifachen "arr, arr, arr!".
Hingegen ist weitläuflig bekannt, dass Bilder verstehen helfen. Und da im Folgenden das eine oder andere durchaus nachhaltig erläutert werden soll, wird im wesentlichen auf Bildmaterial zurückgegriffen, welches einem echten 12-Kämpfer auch gern im Sinn bleibt.

Der Aufschlag

... ist sehr erheblich, wird aber in seiner Rolle im Breitensport nicht immer richtig eingeschätzt und angewandt. Es kommt dort nicht auf Schärfe und Härte an, sondern eher auf
a) eine gewisse Konstanz, nämlich der, der Netzüberquerung und Spielfeldeinhaltung, sowie auf
b) eine gewisse Unberechenbarkeit an, nämlich nicht unbedingt immerzu gleichmäßig direkt auf den besten Annahmespieler zu zielen.
Diese beiden Grundsätze einzuhalten reicht in der Regel schon andere "Breitensportler" zu verblüffen und im Ergebnis zu kassieren.

Die Zählweise

... wurde vor wenigen Jahren in die sogenannten Rallye Zählweise umbenannt. Sie bedeutet, dass jede Mannschaft "punkten" kann. Also nicht nur die, die auch das Aufschlagsrecht beansprucht. Das Aufschlagsrecht wird weiterhin gem. Punktegewinn vergeben. Normale Sätze werden bis 25 gezählt. Der Turniermodus vom 20. August wird davon abweichen.

Die Annahme

... ist bei weitem die unterschätzteste Disziplin, denn Aufschlag und Angriff werden gemeinhin höher bewertet. Die Annahme jedoch ist die Basis jeden brauchbaren Angriffs. Sie sollte durch einen guten Stand (nicht laufend oder gar springend annehmen) gekennzeichnet und durch ein lautes "Ich" angekündigt sein. Beide Arme liegen dabei wie im Bild nebeneinander. Was mit nur einem Arm angenommen wird ist selten für den Partner weiter verwertbar.
Die Annahme sollte beim Beachen nicht zu nah ans Netz geraten (wie es beispielsweise in der Halle richtig ist). Sie sollte aber keinenfalls hinter den eigenen Partner zielen, da auch er grundsätzlich nach vorne orientiert ist.
Üblicherweise ist ein "oberes Zuspiel", also das Pritschen als Annahme beim beachen nicht gestattet. Davon wird am 20. August abgewichen, um einen guten Spielfluss sicher zustellen.

Das Zuspiel
... ist also die zweite Berührung im Spiel. Auch sie sollte nicht so nah ans Netz erfolgen wie in der Halle, da sonst der Partner Schwierigkeiten bekommt den Ball zu erlaufen, bzw vor dem Netz noch zu stoppen. Sie kann als "oberes Zuspiel", also Pritschen, oder "unteres Zuspiel", also Baggern erfolgen. Das "oberere Zuspiel" darf niemals - auch nicht aus versehen - über das Netz geraten, da sonst der Ball als "gelegt" gilt. Das ist nicht regelkonform und führt zu einem Punkt für den Gegner.
Kommt der erste Ball - also die so wichtige Annahme - nicht gut, gilt in der Not für das Zuspiel: Hauptsache hoch mit dem Ding! So kein mein Partner das Zuspiel zumindest erlaufen und den Ball noch irgendwie über das Netz befördern!

Der Block

... ist im höherwertigen Beachvolleyball absolut bedeutsam. Jedoch bei einem Gegner, der nicht druckvoll angreifen kann, eher störend. Das mag im Breitensport ab und an der Fall sein. Dann sollte gar nicht geblockt werden, sondern beide Spieler sollten sich auf die Annahme konzentrieren.
Im Allgemeinen wird der Block vom Spieler angezeigt, der nicht aufschlägt. Er zeigt für beide Gegenspieler (linker und rechter) seine Aktion mit der zugehörigen Hand (linke und rechte)  an. Ein Longline Block wird dabei von einem Finger angezeit, ein Diagonal oder Cross Block von zwei Fingern.


 

Achtung - diese Anzeige ist gerade für den Aufschlagenden besonders wichtig. Denn sie bestimmt sein Stellungsspiel in der Verteidigung! Er sollte deshalb vor dem Aufschlag auch mit einem kurzen "OK bestätigen, dass er erkannt hat, was sein Partner ihm gezeigt hat. Zeigt ihm sein Partner z.B., dass dieser einen Angriff über rechts longline und einen Angriff über links diagonal blocken möchte, so muss der Aufschlagende sich darauf einstellen, links im Feld zu verteidigen.
Wird der Ball beim Blocken touchiert gilt - anders als in der Halle - dieses schon als erste Berührung. Es stehen dem Team dann nur noch zwei Ballberührungen zur Verfügung, um den Ball über das Netzt zu schlagen.
Nach einem Block darf der blockende Spieler - als einzige Ausnahme im Volleyball - den Ball unmittelbar ein zweites mal schlagen.

Der Angriff
... gilt im allgemeinen als sehr wichtig und er ist es auch, da man hier die Möglichkeit hat, unmittelbar einen Punkt zu erzielen. Da man aber auch aufgrund der Rallyezählweise unmittelbar einen Punkt abgeben kann, gilt auch hier: Hirn vor Kraft. Wer den Ball - mit grader, offener, schlagender Hand - gezielt in ein freies Feldeck legen kann, gewinnt oft mehr, als der, der blind prügelt. Besonder kurze Leute wissen intelligent Gebrauch davon zu machen. Die Langen - im Verdacht stehen Mikka, El Padrino oder Rocket - ziehen da mal lieber durch und lassen dann Bälle suchen...
Ein "Cut" ist die sehr, sehr effiziente, aber "Dämliche" Alternative zum echten Durchziehen. Gezeigt hier bei ca. 1:15.

Das Trösten
... nur der Bilder halber. Hat mit 12-Kampf nichts zu tun.

Das Feiern
... ganz sicher schon!