Kin-Ball! Schon mal gehört? So hieß der Wettkampf am Samstag  beim 12-Kampf Lübeck. Große Halle organisiert, ein Dutzend 12-Kämpfer mit drei starken Gästen gemischt und los! Am Ende setzt sich Laxer an die Spitze und holt sich den Cup. Knapp dahinter Mikka. Beide haben sich im Spiel gut vom Rest abgesetzt, gefolgt von ElUffo auf Rang drei – was leider erst abends beim Nachrechnen feststand und nicht schon bei der vorsorglich als „vorbehaltlich“ deklarierten Verkündigung vor Ort. In der Halle war noch Neu-star [DUKE] der zuvor zum Dritten gekürt worden war. Doch Rechnen war nicht das einzig Knifflige an diesem Morgen.

Knifflig 1 – Corona. Natürlich fand der Wettkampf mit ordentlichem Hygienekonzept und vor Ort ertestetem 3G+ statt. Der 12-Kampf Lübeck hat tatsächlich auch die Rolle eines Hygienebeauftragten eingerichtet, um professionell und nicht sorglos mit den derzeitigen Rahmenbedingungen umzugehen. Und während es rundum negativ losging, war die Stimmung bestens und die Freude auf das Spiel riesig.

Knifflig 2 – Ein Feld. Drei Teams. Kin-ball ist anders und neu … Wenn Du das hier liest, könnte es sein, dass es das erste Mal ist, dass Du das Wort „Kin-Ball“ überhaupt gehört hast. Das ist so unbekannt – es gibt noch nicht mal etwas, womit Du es verwechseln könntest. Kin-Ball wurde 1986 in Quebec vom Sportlehrer Mario Demers erfunden. Sehr beliebt daher in Kanada, aber eben auch in Japan, Korea, Frankreich, Belgien und in der Schweiz. 17 Länder haben schon nationale Verbände gebildet. Deutschland ist dabei. Auf dem Feld stehen gleichzeitig drei Mannschaften: Team Black, Blue und Grey. Wer einen Fehler macht, bekommt den Aufschlag, die andren beiden Teams den Punkt. Wer Aufschlag hat, ruft welche Mannschaft er angreift. Diese rennt schleunigst zum Ball, der so groß ist, dass man ihn nicht allein fangen kann und sorgt dafür, dass er dennoch nicht auf den Boden fällt. Die andere löst sich für den Moment „in Luft auf“.

Anstoß ElUffo. Wenn dem mal nicht ein Fehler von Blau voraus ging ;-)

Knifflig 3 – Rufen wen ich angreife. „Ja-haha. So schwer kann das nicht sein“, denkst Du Dir gerade.  „Mir gegenüber stehen ja nur zwei Mannschaften und bevor ich schlage, muss ich einfach eine auswählen und rufen „Kin-Ball Black“ zum Beispiel.“ Tatsächlich war es aber der häufigste Fehler an diesem Tag und selbst Sieger Laxer riss sein Team in Spiel sechs in Führung liegend rein, indem er „Kin-ball blau“ rief, statt die Englische Version zu nehmen, die die einzige zu gelassene war, um die Ähnlichkeiten „Blau“ und „Grau“ aufzuheben. Und während hier „Team Blue“ richtig gewesen wäre, funktionierte aber in einem anderen Moment gar nicht. Warum? Ganz einfach: Wenn du selbst Team Blue bist. Und auch das ist mehrfach passiert. Besonders schön bei unserm starken Neuling [DUKE] im letzten Spiel – ganz ohne Not und Bedrängnis.

Knifflig 4 – Material und Coach. Tatsächlich war das im Ergebnis die am wenigsten knifflige Übung. Dass lag aber nur an Timo. Denn der Trainer und Coach von www.kin-ball.de war schnell bereit uns hier zu helfen. Geduldig und genau führte er uns ins Spiel ein, Pfiff klar und präzise und sorgte auch deshalb für Ordnung im turbulenten Spiel zwischen den Hitzköpfen.

Auch an den Tasten konnte man die Ruhe verlieren. Damnoh sagt Mikka wie’s geht.

Auch an den Tasten konnte man die Ruhe verlieren. Damnoh sagt Mikka wie’s geht.

Knifflig 5 – genügend Spieler. Man braucht unbedingt 12 Spieler für den Wettkampftag. Fällt nur einer aus, lässt sich das Spiel nicht darstellen, denn ein Aufschlag besteht immer aus drei Spielern, die den Ball halten und dem Aufschläger.12 Spieler ist bei 13 aktiven 12-Kämpfern ein ganz schön hohes Risiko bereits in der Planung. Also haben wir uns drei Gastspieler organsisiert, die natürlich an diesem Tag auch gleich Gast-12-Kampfnamen erhielten: Black Ninja, Blue Moon und Earl Grey. Sie haben einen fantastischen Job gemacht und wir möchten uns auf diesem Weg auch noch mal bedanken: Ohne Euch, wäre es NICHT möglich gewesen.

Das zweitwichtigste Spielgerät: Die Los-Steine für die Teams. Green ist das neue Grey!

Das zweitwichtigste Spielgerät: Die Los-Steine für die Teams. Green ist das neue Grey!

Wo denn nun alle Kniffligkeiten beschrieben sind – ganz kurz zum Verlauf: Der Wettkampf bestand aus einer Einzelwertung und einer Teamwertung. Die Einzelwertung zählte 20% und war so angelegt, dass jeder sich mit dem Spielgerät vertraut machen konnte und dafür Punkte erzielt. Übung 1 dabei war „Hoch halten“ – kurzum. Das Monster von einem Ball musste wie beim Fußball mit allem außer Arm und Händen so oft wie möglich hoch gehalten werden. Ganz einfach. Nur war es eben kein Fußball! Doch während sich die meisten 12-Kämpfer mit 4 bis 11 Kicks zufrieden gaben, balancierte Mikka das Ding 46 (!) mal auf dem Kopf durch die Halle. Dann kam Duke mit 27 und Laxer mit immerhin 17. Übung 2 war der Weitschlag. Bereits hier musste der wichtige Ruf „Kin-ball TeamNAME“ ausgerufen werden, bevor das Monster von einem Ball (ich wiederhole mich, aber es ist ein Monster von einem Ball) durch die Halle geprügelt wurde. Über die Halbe Spielfeldlänge schaffte es „Der, der mit dem grünen Schuh kämpft“, nämlich Damnoh. Auf den nächsten Plätzen folgten wiederum Laxer und dann [DUKE]. Letzterem genügte dabei nur ein gültiger Versuch. D.h., musste genügen, denn er hatte schon da Schwierigkeiten mit dem Rufen.

Der Zweiten und viel längere Teil war das Spiel selbst. Es zählte 80%. Den Verlauf hier darzustellen, gehört wohl in den Bereich unbewältigbare Kniffligkeiten. Es hat allen viel Spaß gemacht und wir waren heilfroh, so viele Auswechsler zu haben. Facettenreich, taktisch spannend und vor allem schnell ist das Spiel. Das hat so keiner erwartet. Und den adrenalinbedingten Ausrufen folgten viele herzliche Lacher, da auch völlig triviale Fehler gemacht wurden in einer neuen, unbekannten Sportart.

Das Siegertrio in der Halle: Mikka, Laxer, [DUKE], der dem Präsidentenbonus zum Opfer fiel.

Wir bedanken uns sehr bei Timo, unserem Hygienebauftragtem, den Hallenorganisator, unseren Gästen und denen, die gekommen sind uns anzufeuern und Co-Schiri zu sein. Ein ganz großer 12-Kampf Tag!

Das präsidiale, finale Ranking ergibt sich wie folgt

Die Wertung inkl. der Gäste ist hier zu sehen